A Cappella Musik

A cappella – Musik ohne Instrumente

Die A cappella Musik beschreibt die Kunst des gemeinsamen Gesangs ohne musikalischer Begleitung durch Instrumente. Vokal- und Instrumental-Stimmen erzielen gemeinsam fantastische Ergebnisse.

Auch wenn a cappella, oder auch alla capella, die Musik “aus der Kapelle” beschreibt und oftmals mit Chören in Verbindung gebracht wird, haben die Modernen A cappella Songs nur selten mit der klassischen Musik zu tun.

Die zeitgenössischen A cappella Bands, die aus unterschiedlich großen Gruppen von meist vier bis sechs Personen bestehen, erzeugen mit Ihren unterschiedlichen Gesangsstimmen Kompositionen in unterschiedlichsten Musik-Genres.

A cappella Gruppen erfreuen sich sehr großer Beliebtheit und das nicht nur durch zahlreiche a cappella Konzerte der vielen unterschiedlichen Bands. Dass das Interesse um die a cappella Musik groß geworden ist, zeigen unter Anderem auch die gut besuchten A cappella Meisterschaften, Wettbewerbe und a cappella Festivals.

Kennst du diese Bands schon?

A cappella – Ein kleiner historischer Exkurs

Der Begriff stammt aus dem italienischen und bedeutet so viel wie „nach Art der Kapelle“. Zum Ende des 15. und im Laufe des folgenden Jahrhunderts fand der A-cappella-Stil Einzug in die Kirchen. Sogar in der sixtinischen Kapelle griff man von da an hauptsächlich auf Vokalmusik zurück, wobei die Singstimme zwar im Vordergrund stand, aber vom Instrumentarium noch verhalten unterstützt wurde. „Unisono“ bezeichnet die Technik, alle Instrumente gemeinsam dieselbe Melodie spielen zu lassen, die in diesem Fall von der Stimme vorgegeben wurde. Ab dem 17. Jahrhundert waren A-cappella-Stücke schließlich fester Bestandteil der geistlichen Kantaten.

Brahms initiiert einen Wandel

Eine Umdeutung des Begriffs ist nicht zuletzt auf den deutschen Komponisten Johannes Brahms zurückzuführen, der zur Mitte des 19. Jahrhunderts die alte Chormusik wiederentdeckte und eigene Stücke im gleichen Stil verfasste. Damals prägte sich der Begriff als Musikform ein, die ausschließlich stimmlich dargeboten wird und komplett auf Instrumente verzichtet – eine Definition, die sich bis heute beharrlich in den Köpfen der meisten Menschen verfestigt hat. Das Wissen um die ursprüngliche Bedeutung, die die Beteiligung von Instrumenten miteinbezieht, ist vermutlich nur noch bei fachlich Interessierten und Berufsmusikern vorhanden.

Einzug in die populäre Musik

In den USA gründeten sich zu Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche Formationen, die ausschließlich vokale Musik präsentierten. Vor allem der Begriff des Barbershop-Gesangs dürfte vielen ein Begriff sein. Hierbei handelt es sich um A-cappella-Musik, bei dem ein vierstimmiger Akkord aus den Bestandteilen Tenor, Bass, Bariton und Leadstimme (unterhalb des Tenors) gesungen wird – die meisten Gruppen sangen daher im Quartett, aber auch Barbershop-Chöre waren möglich. Der amerikanische Doo Wop, der in den 1950er Jahren durch zahlreiche Bands in den Hitparaden vertreten war und die weiße amerikanische Jugend zur Musik der Schwarzen führte, entwickelte sich zum Massenphänomen.

A cappella in der heutigen Zeit

Heutzutage wird das Genre vor allem durch vier- bis sechsköpfige Vokalensembles repräsentiert, die überwiegend Pop- und Rockklassiker der vergangenen Dekaden neu interpretieren. Gerade neue Arrangements bekannter Songs im A-cappella-Stil erfreuen sich einer großen weltweiten Beliebtheit und bieten Erfolgschancen für a cappella Bands. Große Tourneen, bis hin zu kompletten Musikfestivals unter dem Banner der Vokalmusik sind der Status quo.

„Acapella, a-cappella...?“ - Die richtige Schreibweise

Geht es um die richtige Schreibweise des Begriffs, trifft man nicht selten auf Ratlosigkeit und Vermutungen. Der Duden verweist hierbei auf die Richtigkeit von „a cappella“. Bei Wortverknüpfungen wie „A-cappella-Musik“ ist der Bindestrich zu empfehlen, wobei das „A“ am Anfang großgeschrieben wird, wenn die Verknüpfung wie in diesem Fall mit einem Substantiv endet („Musik“). Steht der Begriff nicht am Satzanfang, so darf das „a“ in „a cappella“ kleingeschrieben werden. Die Schreibweise „acapella“ ist schon allein deshalb nicht korrekt, da ihr das zweite „p“ fehlt.